Die KunstWohlfahrt als Projekt des Stadtbezirks.

Die Kultur ist Programm der KunstWohlfahrt, denn hier wird allerlei Kunst gezeigt, Musik gespielt und vorgelesen; wir fördern und präsentieren, veranstalten und verköstigen ohne kommerziellen Hintergrund: Die KunstWohlfahrt lebt im Quartier und ist kosmopolitisch. Bisher eröffneten wir ca. fünfzig Kunst-Ausstellungen in der KW. Mindestens ebenso viele musikalische Darbietungen, Lesungen oder Filmvorführungen fanden bei uns statt. Der AWO Kreisverband Karlsruhe-Stadt, dessen Mitglied wir, der Stadtbezirk Südwest - Weststadt, sind, hat sich auch die Förderung kultureller Belange zu eigen gemacht. Diesem Zweck ist die KunstWohlfahrt verpflichtet. Sprechen Sie uns an, wenn Sie etwas präsentieren wollen!

 

Aktuelles aus den Abteilungen

AWO-Stadtbezirk S/W, 24.08.2020

Biografie Irma Zöller

Daten. Zusammengetragen von Franz Hoß

Irma Zöller, Werner Zöller: Irmas Sohn, Adolf Zöller: Irmas Bruder
Eine biographische Datensammlung von Franz Hoß
1. Irma Zöller< Geborene Betz, geb. am 06.09.1911; gest. 13.2.1982 mit70Jahren. Der Vater von Irma Zöller, Adolf Betz, war Maler in Durlach, die Mutter Käthe war Hausfrau
Der Sohn, Werner Zöller, geb. 31.05.1942, gest. 21.6.1995
Bruder Adolf geb. 02.09.1905, gest. 09.06.1950 ; daneben gab es noch 2 weitere Brüder und eine Schwester
Einer der Brüder gründete 1919 das Elektrogeschäft Betz in der Klauprechtstraße.
Die Zöllers waren seit langem eine politisch links orientierte Familie:

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KunstWohlfahrt, 21.08.2020

Der Maler und Zeichner Benno Huth ist tot

Der Maler und Zeichner Benno Huth ist tot.
Der Pfeil des Zeus hat ihn getroffen – plötzlich und ohne Vorankündigung.
Er wurde 83 Jahre alt.
Wer ihn kannte, weiß, dass es so in seinem Sinne gewesen war – wenn auch etwas zu früh, denn Benno Huth liebte das Leben:
Er liebte das muntere Treiben vor seinem Atelier auf der Straße und auf den Spielplätzen.
Er liebte die Bauten, die Parks und die Brunnen seiner Stadt Karlsruhe.
Er liebte die Cafés und die Törtchen dort und die Kaffeekränzchen der alten Damen.
Er war sehr gesellig und ein guter und interessanter Unterhalter.
Er liebte die Kunst, die Musik, die Literatur, das Theater und den Zirkus.
Er liebte das Reisen. Er liebte die Schauplätze.
Er kannte alle Barockkirchen in Deutschland.
Tiepolo war für ihn der Größte. Auch die Brüder Asam. Und Leonardo.
Und Mozart und Chopin und Cechov.

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KunstWohlfahrt, 02.11.2020

Helene Seifert M.A. zur Ausstellung „Vielfalt statt Einfalt“ Gudrun Wörner- Rickelt vom 17.Mai bis zum 17.November 2019

Mit dem Ausstellungstitel „Vielfalt statt Einfalt“ möchte die Künstlerin nicht nur auf gesellschaftliche Miss- und Zustände aufmerksam machen und zum politischen Mitdenken, zu einer politisch- gesellschaftlichen Verantwortung anregen, sondern uns mit dieser Werkschau auch ihre vielfältigen Ideen und Techniken vorstellen, mit denen sie sich die letzten beiden Jahre beschäftigt hat, die sie in den letzten beiden Jahren in Atem gehalten haben.

An Techniken begegnen uns heute neben Aquarellen, Acrylbildern und Digimix vor allem Gouachen (das sind Malerei auf Papier oder, wie hier, auf Aquarellkarton mit Farbpigmenten, die mit Kreide gestreckt und mit wasserlöslichem Gummi arabicum gebunden werden und einen eher matten Farbauftrag zeigen). Die Bildtitel wie „Im Sturm“, „Meeresrauschen“ oder „Wild dream in red“ sind allerdings nur kleine Hilfestellungen, um den ungegenständlichen gleichwohl nicht gegenstandslosen Bildern näher zu kommen. Es geht bei der Künstlerin Gudrun Wörner- Rickelt immer um Emotionen, wilde und leidenschaftliche Gefühle, die sich auf den Zustand unserer Welt beziehen und die eine kreative Seele stets umtreiben: Liebe, Hass, Gewalt, Zerstörung… Diese stark farbigen Bilder sind in gestischer Ausdrucksweise heraus entstanden, aus einem körperlichen, expressiven Duktus. Die Künstlerin malt, spritzt oder druckt Ihre Gefühle mit der Farbe direkt aus ihrem Körper. Unmittelbarer geht es kaum. Somit sind sehr stark farbige Spontankompositionen entstanden, die in ihrer Exzessivität kaum zu überbieten sind. Ein Farbenrausch ist entstanden, mehrlagig ist Farbe übereinander gelagert, bereit, sich selbst zu überbieten. Trotz der zurückgenommenen glänzenden Kraft der Gouachefarbe sind die Nuancen und Schattierungen der Farbakzente deutlich hervorgehoben und gehen innige Vereinigungen miteinander ein. Abriebe und Abklatsche sind bei genauerem Hinsehen zu bemerken, die an osmanische Batiktechniken, wie etwa Feder- oder Kammtechniken, erinnern.

Auch in ihren neun Acrylbildern kommt diese sehr körpernahe und eruptive Malweise bei der Künstlerin zum Tragen. Die auf dem Boden ausgebreiteten Leinwände werden in mehreren Farbschichten mit Farbe bedeckt, mit dem Pinsel, dem Spachtel oder getropft und gespritzt. Der US- amerikanische Künstler des abstrackten Expressionismus und des „dripping“, Jackson Pollock, hat einmal gesagt: „When I am in my painting, I am not aware of what I'm doing. It is only after a short of 'get acquainted' period that I see what I have been about...“ (Wenn ich in meinem Bild bin, bin ich mir nicht bewusst, was ich tue. Erst nach einer Periode des Vertrautwerdens sehe ich, was ich gemacht habe.“) Es ist also etwas sehr Unterschwelliges, Unbewusstes, mit dem sich Gudrun Wörner- Rickelt ausdrückt. Bei den schwarzen Bildern ging es ihr um pures Lebensglück und Energie, welche die Bilder leuchten und strahlen lassen. Es sind wahre Farbexplosionen. Aber nun ein Widerspruch: die weißen Bilder sollen Schmerz, Verletzung und Tod ausdrücken. Rot- , Blautöne und Schwarz zerstören und splitten das unschuldige Weiß. Die Tiefenpsychologie eines Sigmund Freud lässt von ferne grüßen! Verschüttete Urinstinkte dringen vereinzelt ans Tageslicht und hinterlassen eindrucksvolle Fußabdrücke. Sigmund Freud hierzu: „Das Unbewusste ist viel moralischer, als das Bewusste wahrhaben will.“
Die Bildtitel „Gezeichnet“ oder „Deadly offense“, mit denen die Künstlerin auf archaische Ur- Instinkte aufmerksam machen will, unterstreichen diese künstlerische Haltung zusätzlich.

Die Malerin und Grafikerin Gudrun Wörner- Rickelt stammt aus Karlsruhe, wo sie zunächst an der Pädagogischen Hochschule Kunst und Geschichte studierte, bevor sie in den 1980er Jahren Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Rainer Küchenmeister studierte. Dieser überraschte in seinen späten Aquarellen (kurz vor seinem Tod im Jahr 2010) durch ungewohnt gewagte und ausdrucksstarke Farbintensität und ungeahnte abstrakte Kompositionen.
Auch seine ehemalige Schülerin Gudrun Wörner- Rickelt widmet sich in dieser Ausstellung dieser Technik, meist in kleinformatigen skizzenartigen Kompositionen, „Phantasmagorien“ genannt, also der Vorführung von Trugbildern oder optischen Täuschungen. Es sind heitere, kleine Spielereien mit Namen „Abendrot“ oder „Wunschloses Glück“, die Leichtigkeit und Träumereien zeigen als Gegenpart zum Ernst des Lebens. Es sind spontan entstandene Lebensskizzen, die Hell und Dunkel, Fröhlichkeit und Bedrückung, Situationen des Täglichen, nebeneinander festhalten.
Zwei größere Aquarelle „Passion“ und „Duftiges Versprechen“ finden Sie neben weiteren abstrakten Gouachen im Gang. Dicht gehängt mit den Gouachen, so dass Sie in einen Farben- und Formenrausch gelangen, wenn Sie sich auf diesen inspirierenden Spaziergang einlassen wollen.

Ein Künstler sucht ständig nach neuen Impulsen und Ausdrucksmöglichkeiten, nach spannenden Techniken und Inspirationsquellen; unsere Künstlerin beschäftigte sich in letzter Zeit mit den neuen Medien der IT- Branche. Zwei großformatige am Computer mit einem speziellen Grafikprogramm entstandene Digimix- Bilder „In der Ruhe liegt die Kraft“ und „Deep injury“ sind an der Eingangswand platziert. Sie sind auf hochwertige Leinwand gedruckt und wirken auf die Entfernung wie Pastell- oder Farbstiftzeichnungen. Hierbei obliegt es der Inspiration des Künstlers, wie er Strukturen und Farben einsetzt. Die Mouse ist der Pinsel, der Desktop die Leinwand. Das rechte Bild soll den „Fluss des Lebens“ darstellen, es besitzt einen stark meditativen Charakter in bewusst gedämpften Farbspektren in Grün und Blau. Weiße Einsprengsel stehen für die Lichtblicke im Leben, das Dunkle sollte – wie im wahren Leben – nicht allzu sehr hervortreten. Panta rhei, alles fließt, alles befindet sich im Wandel, vieles ist vergänglich und unsicher. Es obliegt dem Individuum, seine Wege im Leben zu finden, sich zu verwirklichen aber trotzdem Rücksichten auf andere Subjekte zu nehmen, Unsicherheiten und Unwegbarkeiten zu erkennen.
„Deep injury“ (tiefe Verletzung) zeigt auf suggestive Weise eine Seelenlandschaft. Das Leben ist Leidenschaft, Tiefe und starke Gefühle. Verstrickt in Zwänge und Regeln winkt von ferne ein Licht am Horizont. Verschwommene Unschärfen treten in den Bildhintergrund, wohingegen klare Schraffurht nur – aber auch – politisch gemeint!

 

 

Veröffentlicht am 20.05.2019

KunstWohlfahrt, 26.08.2018

Lesung in der KunstWohlfahrt - Ein Droste- Hülshoff Abend...

2 Musiker
2 Musiker

Droste- Hülshoff (1798- 1848)
“SPÄTES ERWACHEN“
Balladen
Christoph Köhler, Rezitation
Matthias Ockert, E- Gitarre + Elektronik
Fr. 2.11.2018 19:30h

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Der Kurztext:
Für Annette von Droste- Hülshoff standen Dichtung und Musik in enger Wechselwirkung zueinander. Christoph Köhler und Matthias Ockert [die eine seit über einem Jahrzehnt andauernde Zusammenarbeit verbindet,] greifen mit ihrem „Lyrik & Jazz“- Programm diese Wechselwirkung auf.

Der ausführliche Text:
Für Annette von Droste- Hülshoff standen Dichtung und Musik in enger Wechselwirkung zueinander. Bevor sie sich ausschließlich der Poesie widmete, schrieb sie Kompositionen, spielte Klavier und nahm Gesangsunterricht. Öffentlich trat sie aber kaum als Musikerin in Erscheinung. Der Rezitator Christoph Köhler und der Gitarrist und Komponist Matthias Ockert – gebürtiger Meersburger und ehemaliger Knabenmusiker – greifen mit ihrem „Lyrik & Jazz“- Programm diese Wechselwirkung auf. Neben dem titelgebenden Gedicht „Spätes Erwachen“, rezitiert Christoph Köhler weitere bekannte Gedichte und Balladen der Dichterin, wie „Das verlorene Paradies“, „Durchwachte Nacht“, oder „Der Knabe im Moor“. Diese verbinden sich synergetisch mit Matthias Ockerts Vertonungen und klanglichen Improvisationen. Damit bewegen sie sich in der Tradition der besonderen Kombination „Lyrik & Jazz“, die in den 1960er Jahren ihren Anfang nahm. Christoph Köhler und Matthias Ockert verbindet eine seit über einem Jahrzehnt andauernde Zusammenarbeit in vielfältigen Literatur- und Musikprojekten.

 
KunstWohlfahrt, 01.11.2020

Lesung Georg Felsberg

Vorweihnachtliche Tradition in der KunstWohlfahrt. Unsere Lesungen im November und Dezember... Georg Felsberg ist bereits das dritte Mal in unserer Begegnungsstätte zu Gast. Jedes Mal frisch zurück von seinen eindrucksvollen Reisen, über die er ebenso eindrucksvoll berichtet. Zur Einstimmung auf seine Lesung am Freitag, 7. Dezember um 19:30 Uhr veröffentlichen wir einen seiner neuen Texte.
Liebst Du mich?

Wenn du im Norden von Vietnam, nicht weit von Sa Pa, nahe der chinesischen Grenze, auf einen sehr hohen Berg steigst, kannst du schnell herausfinden, ob du Glück in der Liebe hast. Du musst nur gemeinsam mit deinem Freund oder eben deiner Freundin, die du liebst, über die mächtigen Felsen bis zum Gipfel klettern. Der Berg heißt Fansipan und ist 3143 Meter hoch, der höchste Berg von Vietnam, ja von ganz Indochina. Der Fansipan, das bedeutet „wankender Riesenstein“, ist auf der geologischen Zeitskala zwischen Perm und Trias,