KunstWohlfahrt

Die KunstWohlfahrt als Projekt des Stadtbezirks.

Die Kultur ist Programm der KunstWohlfahrt, denn hier wird allerlei Kunst gezeigt, Musik gespielt und vorgelesen; wir fördern und präsentieren, veranstalten und verköstigen ohne kommerziellen Hintergrund: Die KunstWohlfahrt lebt im Quartier und ist kosmopolitisch. Bisher eröffneten wir ca. fünfzig Kunst-Ausstellungen in der KW. Mindestens ebenso viele musikalische Darbietungen, Lesungen oder Filmvorführungen fanden bei uns statt. Der AWO Kreisverband Karlsruhe-Stadt, dessen Mitglied wir, der Stadtbezirk Südwest - Weststadt, sind, hat sich auch die Förderung kultureller Belange zu eigen gemacht. Diesem Zweck ist die KunstWohlfahrt verpflichtet. Sprechen Sie uns an, wenn Sie etwas präsentieren wollen!

 

Wir freuen uns - nach fast dreijähriger Pause - eine neue Ausstellung in der AWO-Begegnungsstätte Irma Zöller mit Bildern des Malers Bernd Hötzel zeigen zu können.  Kommen Sie vorbei, machen Sie sich das Vergnügen... Unsere Öffnungszeiten korespondieren mit den Treff-Zeiten der einzelnen Gruppen. Siehe Kalender dieser WEB Seite. Einzeltermine können Sie auch gerne vereinbaren: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bernd Hötzel Zum Werk:

Bernd Hötzel hat ein umfangreiches malerisches Werk hinterlassen. Die Formate der Bilder varieren zwischen 30 cm x 40 cm und 180 cm x 240 cm, wobei die Größe von 130 cm x 150 cm überwiegt.Er malte in der Regel mit Ölfarben auf Gewebe wie Leinen oder Nessel. Hötzel hat dabei einen ganz eigenen Stil entwickelt, der sich weder dem Realismus noch den “Neuen Wilden” zuordnen läßt, obwohl Anklänge zu beidem erkennbar sind.Thematisch dominieren figürliche Motive, oft skurill bis grotesk verfremdet bis hin zum Surrealen. Mit Bildern, in denen die Kälte zwischenmenschlicher Beziehungen durch  Figuren im Kühlschrank oder Einfrieren  in Eiswürfeln  und  das Ausgeliefertsein des Menschen  durch übergriffige Objekte dargestellt wird, gibt Hötzel ein Abbild des vereinsamten Menschen in einer kaputten Zivilisationsgesellschaft Die Aussage ergibt sich dabei rein intuitv und steht nicht im Vordergrund der künstlerischen Absichten .Eine höchstmögliche malerische Dichte ist das Hauptziel, wobei die Ölfarbe in dicken Schichten und mit stark vermischtenFarbtönen verwendet wird. Es wird nicht die Farbe den Figuren untergeordnet, sondern die Figuren der Farbe. Hötzel entwickelt seine Bilder aus einer ungefähren Bildidee im Malprozeß, wobei sich aber letztendlich trotz der unstrukturierten Vorgehensweise meist ausgewogene Bildkompositionen ergeben.

 

Bernd Hötzel

 

geboren 6.6.1958 in Karlsruhe         gestorben 13. 4. 2008 in Düsseldorf

1978 – 1991 Studium an der Fachhochschule für Gestaltung in Pforzheim

1982 – 1987 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Dieter Krieg

1988   Meisterschüler von Dieter Krieg

 1988 Reisestipendium der Kunstakademie Düsseldorf

1987 – 1989 Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes

1995 Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

Ausstellungen

1986  Lothringerstaße München

1986  Große Kunstausstellung Düsseldorf

1988  Seniorenzentrum Dr. Diedrich Murken (Einzelauisstellung)

1988  Haus Flehe, Düsseldorf (Einzelausstellung)

1988/1989 Wanderausstellung „Zeitgenössische Malerei und Plastik, Sammlung Murken“

                   Städtisches Kunstmuseum Bonn

                   Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte, Oldenburg

                   Leopold Hoesch–Museum, Düren

                   Städtisches Museum Regensburg

                   Museum Wiesbaden

1991  Blickpunkt Kunstakademie Düsseldorf 1965 – 19990, Sammlung Murken

           Städtische Galerie Meerbusch

1992  Menschenbilder, Die Sammlung Murken, Galerie der Stadt Sindelfingen

1993  Große Kunstausstellung Düsseldorf

1993-97 Wanderausstellung „Romantik in der Kunst der Gegenwart, Sammlung Murken“

               Forum Ludwig, Aachen

               Kulturzentrum Bayer A:G., Leverkusen

               Kunsthalle Dominikanerkirche, Osnabrück

               Kunst Kreuzberg Berelin

               Kunstmuseum  Thun, Schweiz

               Städt. Galerie Jesuitenkirche, Aschaffenburg

               Landesmuseum Mainz

               Zeppelin Museum Technik und Kunst , Friedrichshafen

1994   Große Kunstausstellung Düsseldorf

1995   Große Kunstausstellung Düsseldorf

1996/97  Wanderausstellung der Stipendiaten der Kunststiftung Baden-Württemberg

1997  Kunststiftung Baden-Württemberg, Stuttgart (Doppelausstellung mit Peter Koch)

1997  Folkwangmuseum Essen

1997  Wanderausstellung „Das banale Schöne“

           Museum Baden, Solingen-Gräfrath

           manus presse, Stuttgart

           Städtisches Kunstmuseum Reutlingen

           Forum Kunst Rottweil

           Goethe -Institut , Rotterdam

1997   „Landschaftsmalerei heute“, Suermondt- Ludwig Museum. Aachen

2003  Romantik in der Moderne, Meisterwerke aus der Sammlung Murken vom Jugendstil bis 

           zur Postmoderne,  Stadtgalerie Dillingen an der Donau

2005  Künstler helfen Künstlern, Kunststiftung Baden-Württemberg

 

 

Fällt leider aus - bitte merken Sie sich den Freitag, den 16.12.22 vor!!!

 

Wir freuen uns Georg Felsberg zu unserer traditionellen "Weihnachts-Lesung" begrüßen zu dürfen...

Gebetshöhlen, Göttinnen und Gurus

und vom kleinen Vogel Tittiba, der nachts auf dem Rücken schläft, mit offenen Augen und nach oben gerichteten Füßen, weil er glaubt, der Himmel könnte plötzlich über ihm einstürzen.  Aufgeschrien und vorgelesen von Georg Felsberg

Mit vielen Bildern

Merkwürdige Geschichten: Der Dschinn in der Ringmauer könnte eine Spitzkopfnatter sein, olivgrün mit schwarzer Zunge und blauem Rand. Die schönen Frauen mit den grünen Augen tanzen, singen, schwingen ein wenig ihre Hüften und zeigen ihre langen Hälse mit goldenen Ohrgehängen. Sie gehören zu den Bhopas, die Schmerzen lindern können mit Balladen, die von mutigen Göttern erzählen und tapferen Löwenmenschen. Der krumme Sadhu hebt feierlich die Arme und beschwört mit vibrierenden schwirrenden Tönen den Strom Brahmaputra, den Allesschöpfer und Alleszerstörer. Der krumme Sadhu ist, wie ein alter Baum, tief in den Boden eingewachsen. Niemand kann ihn forttragen...

Heiter-komische und nachdenkliche Geschichten, aufgelesen und beobachtet auf dem indischen Subkontinent. 

 Hier eine Kostprobe:

Das Wunder

Die kräftigen Händchen des kleinen Jungen umklammern ein buntes Plastiktelefon, so fest, als könnte ihm jemand sein Lieblingsspielzeug wegnehmen. Wenn er das billige Ding aufklappt und eine Nummer drückt, jault es laut auf und spielt mit quäkender Computerstimme irgendeine Nachricht ab. Der kreischende Singsang entzückt das Kind und leider auch die anderen Mitreisenden im Sammeltaxi von Karu nach Tikse im oberen Tal des Indus. Sie finden das Spiel amüsant und bitten immer wieder um einen neuen Anruf. Das Kind lässt es jaulen, bis das Telefon zu Boden fällt, ein Leuchtlämpchen abbricht und sich die Schnur des Telefons zwischen den Füßen der Fahrgäste verheddert. Leute steigen aus, Leute steigen ein.

Die Mutter des Knaben repariert geduldig, was hineingedrückt oder herausgezogen werden muss. Jetzt blinkt das Gerät wieder, jault und kreischt. Am nächsten Halt verlassen fast alle Mitreisenden den Wagen. Jetzt sitzt nur noch die Mutter dort auf der Bank, das Kind ihr gegenüber am offenen Fenster.

Es hält sein quäkendes Ding mit einem Arm in den Fahrtwind hinaus. Die Mutter findet, das sei gefährlich. Einer der vorüberrasenden Wagen könnte mit seinem Außenspiegel dagegen stoßen. Aber das Kind will den Arm nicht zurückziehen. Es mault und verzieht das Gesicht. Als die Mutter jetzt ernsthaft böse wird, beugt das Kind rasch den Arm und wirft mit Schwung das Spielzeugtelefon aus dem Fenster. Die Mutter hat gerade zu mir herübergesehen mit einem Blick, als wolle sie sich für den ungezogenen Jungen entschuldigen. Da brüllt das Kind laut auf. Ein Wutausbruch folgt dem nächsten. „Wo ist mein Telefon“, heult es auf, „mein Telefon ist rausgeflogen.“ Die Mutter nimmt den strampelnden Knaben auf ihren Schoß und versucht ihn mit vielen Küssen und gutem Zureden zu beruhigen. Ein Drama. Eine Tragödie. Das Telefon ist für immer verloren. Wie schön.

Was das Kind nicht bemerkt hat und die Mutter nicht sehen konnte: Das bunte Telefon ist nicht auf die Straße gefallen, sondern nur gegen den Rahmen der Tür geprallt und dann im Wageninneren zwischen Tür und Sitz gerutscht. Endlich jault es nicht mehr. Ich lehne mich zurück.

Bis zum nächsten Halt kann sich der Knabe leider nicht beruhigen, er schnieft und jammert. Jetzt steigen vier Frauen zu uns in den Wagen, ich muss mich deshalb auf den Platz setzen, auf dem eben noch das Kind saß. Als die Heularie immer noch nicht endet, taste ich vorsichtig mit der Linken nach dem Telefon. Ich muss dabei eine der Tasten berührt haben. Plötzlich jault ein schriller Ton auf, dann plappert die Computerstimme los. Das Kind erstarrt mitten in seiner zappelnden Bewegung. Es erkennt sofort: Das ist mein Spielzeug!  Ungläubig starrt es mich an. Mir bleibt nichts anderes übrig, als das Telefon herauszuziehen und es mit einem kleinen gequälten Lächeln dem Kind zu reichen. Das lacht glücklich und bald hat es wieder alle schrecklichen Töne ausprobiert. Die Mutter aber sieht mich mit weit geöffneten Augen an, legt ihre Hände mit einer Geste der Ehrerbietung vor ihrem Gesicht aneinander und verbeugt sich vor mir. Zum Glück muss ich jetzt aussteigen.

Was wird die Mutter den Frauen auf der Weiterfahrt über mich erzählen? Dass ich ein Wundermann sei, der verlorene Dinge aus der Luft zurückzaubern kann, nur um ihren geliebten Sohn zu trösten? Was werden die Familien dieser Frauen über mich denken, wenn sie vom Fremden hören und seinen wunderbar-magischen Kräften? Was erzählen sich einmal alle zwischen Tikse und Karu, über mich, den Guru, der vielleicht noch ganz andere, größere Wunder vollbringen könnte? Wer weiß? 

Georg Felsberg

Kommen Sie am Freitag, 31.Januar 2020 um 19:00 Uhr zu uns
Am letzten Abend der erfolgreichen Ausstellung Annette Ziegler bieten wir Ihnen in unseren Räumen eine ganz besondere Veranstaltung:

Das berühmte Theaterstück von Peter Hacks:
"Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe"
als Szenische Lesung mit Inge Wittek.

Goethe ist mit unbekanntem Ziel über Nacht aus Weimar abgereist. Der Groll der Gesellschaft über den Verlust ihres Genies entlädt sich über Frau von Stein. Nun sieht sie sich veranlasst, ihrem Gatten Rechenschaft über ihre Beziehung zu Goethe abzulegen.
Peter Hacks schildert mit feinem Humor die Ambivalenz dieser besonderen Verbindung. Inge Wittek hat das Stück an mehreren Theatern erfolgreich aufgeführt. Sie können sich freuen!
Eintritt frei – Spenden erwünscht

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